Die Mandatsträger und Akteure im INSPIRE-Prozess
Nach Abschluss der Gesetzgebungsphase von INSPIRE wurde auf europäischer Ebene das Maintenance and Implementation Framework (MIF) eingerichtet.
Ziel des MIF ist eine praxisnahe und effiziente Umsetzung von INSPIRE. Der inhaltliche Schwerpunkt liegt auf der technischen Realisierung einer europäischen Geodateninfrastruktur mit dem Ziel der Interoperabilität von Daten und Diensten.
Maintenance and Implementation Framework (MIF)
Das Maintenance and Implementation Framework (MIF) beinhaltet die Zusammenarbeit der an INSPIRE beteiligten Akteure auf europäischer Ebene. Zu den Partnern zählen die Europäische Kommission sowie die INSPIRE-Ansprechpartnerinnen und -Ansprechpartner der Mitgliedstaaten. Auf EU-Seite sind insbesondere die Generaldirektion Umwelt (DG ENV), das Joint Research Centre (JRC), das Publications Office (PO) und die Europäische Umweltagentur (EEA) als gemeinsames Koordinationsteam beteiligt. Zunehmend werden Aufgaben auch durch die Semantic Interoperability Community (SEMIC) wahrgenommen.
In Deutschland wirkt das Bundesumweltministerium an der Weiterentwicklung der INSPIRE-Regelungen mit. Stellungnahmen zu aktuellen europäischen Gesetzgebungsvorhaben können über die EU-Beteiligungsplattform „Have Your Say“ eingebracht werden. Der zentrale Ansprechpartner für die Umsetzung von INSPIRE in Deutschland ist das Lenkungsgremium GDI-DE, vertreten durch seinen Vorsitz.
Maintenance and Implementation Group (MIG) und SEMIC
Die Maintenance and Implementation Group (MIG) ist das strategische Gremium zur Umsetzung von INSPIRE auf europäischer Ebene. Sie unterstützt das INSPIRE Committee bei Fragen der Weiterentwicklung und Umsetzung. Bis 2024 war sie beispielsweise verantwortliche für die Umsetzung des Maintenance and Implementation Work Programme (MIWP), das die Weiterentwicklung von INSPIRE in mehrjährigen Arbeitszyklen strukturierte.
Zu den Aufgaben der MIG gehören die Koordination und Priorisierung erforderlicher Maßnahmen und Aktivitäten zum Erreichen der geforderten Interoperabilität. Seit 2025 werden Teile dieser Aufgaben zunehmend durch die Semantic Interoperability Community (SEMIC) wahrgenommen, da INSPIRE inzwischen mit weiteren europäischen Initiativen im Bereich der Daten- und Dienste-Interoperabilität eng verknüpft ist. Der MIG sind eine ständige technische Untergruppe (MIG-T) sowie zeitlich befristete, temporäre Arbeitsgruppen zugeordnet, die spezifische fachliche und technische Fragestellungen bearbeiten.
MIG-T (permanent sub-group)
Die MIG-T (Maintenance and Implementation Group – Technical) unterstützt die MIG mit technischer Expertise bei strategischen Entscheidungen sowie bei der Bewertung und Weiterentwicklung der technischen Umsetzung von INSPIRE. Deutschland wird in der ständigen Arbeitsgruppe MIG-T durch Daniela Witter und Klaus-Peter Wenz (Koordinierungsstelle GDI-DE) vertreten. Die Ergebnisse und aktuellen Entwicklungen aus der MIG-T werden regelmäßig aufbereitet und den GDI-Stellen der Länder sowie der interessierten Fachöffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Zu diesem Zweck veranstaltet die Koordinierungsstelle GDI-DE zweimal jährlich eine Online-Informationsveranstaltung unter dem Titel „GDI-DE4EU“.
Temporäre Arbeitsgruppen (temporary sub-groups)
Temporäre Arbeitsgruppen werden bei Bedarf eingerichtet um spezifische fachliche oder technische Fragestellungen zu bearbeiten. Während der frühere „Pool of Experts“ bis etwa 2024 aus einem begrenzten Kreis gezielt ausgewählter Geo-Expertinnen und -Experten bestand, ist die Mitarbeit heute deutlich offener gestaltet. Über die Semantic Interoperability Community (SEMIC) können sich interessierte Fachleute an Diskussionen und Arbeitsprozessen jederzeit vernetzen und beteiligen.
Eine wichtige Grundlage für die Mitwirkung bleibt die Mitarbeit in einschlägigen nationalen Fachgremien und Arbeitskreisen. An den europäischen Diskussionen beteiligen sich neben Vertreterinnen und Vertretern der öffentlichen Verwaltung auch Unternehmen, die nicht nur an der Förderung offener Standards für Daten und Schnittstellen interessiert sind, sondern auch klare eigene Marketingstrategien verfolgen können. Die Zusammenarbeit erfolgt vor allem über Webkonferenzen sowie über das INSPIRE Helpdesk im Themenbereich „MIG“. Dort werden gemeinsame Lösungen erarbeitet und Zwischenergebnisse dokumentiert. Die Arbeitsergebnisse sind öffentlich zugänglich und ermöglichen eine frühzeitige Teilhabe weiterer interessierter Personen.
Diskussions- und Kommentierungsplattformen der EU-Ebene
Während sich der Pool of Experts bis ca. 2024 vorwiegend aus SDICs (z. B. Koordinierungsstelle GDI-NI) und LMOs (z. B. Mitgliedern des Lenkungsgremiums GDI-DE) speiste, geschieht dies inzwischen durch aktive Teilnahme einer jeden einzelnen Person über die angebotenen Kommunikationsplattformen. Europäische Plattformen zur Zusammenarbeit wie das Interoperable Europe Portal werden kontinuierlich thematisch weiterentwickelt, um die Vernetzung von Fachwissen und den fachlichen Austausch zwischen Menschen aus unterschiedlichen Themenfeldern zu unterstützen. Eine aussagekräftige und aktuelle Darstellung des eigenen Profils auf der genutzten Plattform erleichtert die Sichtbarkeit von Expertise und die Mitarbeit in relevanten Themenfeldern.
Das Prinzip ist einfach: Wer sich aktiv einbringt, kann die Weiterentwicklung der europäischen Geodateninfrastruktur mitgestalten.
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