Geodateninfrastruktur Niedersachsen (GDI-NI) klar

Newsletter 2/2017 vom 18. Dezember 2017

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

zum Jahresende haben wir für Sie noch einmal einige Informationen aus der Geodatenwelt zusammengestellt.

Die diesjährige INSPIRE-Konferenz wurde gemeinsam von Frankreich und Deutschland in Straßburg und Kehl organisiert. Sie können sich noch nachträglich einen Eindruck von den Erfahrungen mit INSPIRE in ganz Europa durch YouTube-Videos der Konferenzbeiträge machen.

Eine Plattform, um europaweit Lösungen für die INSPIRE-Umsetzung zu finden oder aber auch INSPIRE-Daten zu nutzen bietet die Webseite „INSPIRE in Practice". Um die geforderten Standards für INSPIRE einzuhalten, unterstützt Sie der neue INSPIRE Validator der EU - egal ob Sie z. B. Metadaten händisch erfassen oder skriptbasiert erstellen lassen.

Das Geoinformationswesen in Deutschland wird durch den 4. Geofortschrittsbericht der Bundesregierung in den Fokus gerückt, wobei INSPIRE und OpenData eine tragende Rolle einnehmen. Passend dazu wurde die erste Version des DCAT-AP.de veröffentlicht, dem neuen Standard für die Datenbeschreibung von frei zugänglichen Verwaltungsdaten.

Ob zu mobilem GIS auf der Erde oder Daten aus dem Weltall, neue Plattformen nehmen unsere Welt immer intensiver in die Beobachtung. Wie dies technisch erfolgen kann, erläutert die Tagungsreihe „GeoMonitoring" der Universitäten Clausthal, Braunschweig und Hannover im März.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen!

IT-Planungsrat: XPlanung, der verbindliche Standard

Im Oktober hat der IT-Planungsrat in der Entscheidung 2017/37 „Standardisierungsagenda: Austausch im Bau- und Planungsbereich" die verbindliche Anwendung der Standards XBau und XPlanung beschlossen. Mit dieser Entscheidung ist das Führen der Planungsdaten in XPlanGML nun eine Verpflichtung für die planenden Stellen. Gleichzeitig ist die Weiterentwicklung der Standards gewährleistet. Die konkrete Zielsetzung dieser Maßnahme wie z. B. die perfekte Einbindung der Planungsdaten im Rahmen der NGIS und von INSPIRE, können Sie der Bedarfsbeschreibung und dem Betriebskonzept entnehmen. Beide Dokumente stehen zum Download zur Verfügung:

https://www.it-planungsrat.de/SharedDocs/Sitzungen/DE/2017/Sitzung_24.html?pos=7


INSPIRE-Umsetzung: Halbautomatisierte Metadatenerstellung

Das Erstellen von Metadaten für Geodaten der Flächennutzungs- und Bauleitplanung lässt sich automatisieren. Dabei werden bereits vorhandene Informationen wie die Bezeichnung des Plans und das Datum, an dem der Plan Rechtskraft erlangte, mit Daten zur Anschrift der federführenden Behörde sowie INSPIRE-relevanten Vorgaben kombiniert. Aus allen Angaben zusammen wird ein INSPIRE-konformer Metadatensatz erstellt. Die Metadaten werden der Koordinierungsstelle GDI-NI zugeliefert und danach über die zentrale Katalogschnittstelle für die Übernahme in den Geodatenkatalog.de bereitgestellt.

Durch die hohe Flexibilität bei neuen Anforderungen an Struktur und Inhalt von Metadaten stellt die skriptbasierte Erstellung von Metadaten eine nützliche Alternative zur händischen Erfassung ähnlicher Datenbeschreibungen dar.

Erkundigen Sie sich bei Ihrem Dienstleister, ob dieser Service bereits angeboten wird. In der Regel können die erstellten Metadaten durch die Koordinierungsstelle GDI-NI kurzfristig eingelesen werden und stehen dann rechtzeitig für das INSPIRE Monitoring zur Verfügung.


GDI-DE Ergebnisbericht: Nutzungsregelungen in der GDI-DE

Auf Geodaten und Geodatendienste innerhalb der GDI-DE sind Nutzungsregelungen gemäß Urheberrechtsgesetz, öffentlich-rechtlicher Rechtsgrundlage oder privatrechtlicher Regelungsform anwendbar. Ein Verweis findet sich später in den Metadaten und in den GetCapabilities-Dokumenten der bereitstellenden Dienste.

Einen Einstieg in das schwierige Thema gibt der Ergebnisbericht „Nutzungsregelungen in der GDI-DE". Die für Geodaten relevanten Regelungen werden im Überblick dargestellt und die Kernpunkte erläutert. Im Geodatenportal steht der Leitfaden zum Download zur Verfügung:

https://www.geodaten.niedersachsen.de/gdistandards/ogcdienste_praxis/nutzungsbedingungen_ogcdienste/


EU Online-Plattform „INSPIRE in der Praxis"

Die Online-Plattform „INSPIRE in Practice" vernetzt die INSPIRE- Beteiligten und bietet ein Forum für den Wissenstransfer im Bereich INSPIRE und INSPIRE-Umsetzung.

Im Vordergrund stehen das Präsentieren nützlicher Tools und Apps. Zusätzlich dient das Portal dem direkten Austausch von Erfahrungen zur Implementierung verschiedener Lösungen für die INSPIRE-Umsetzung. Sie ist offen für jeden, richtet sich jedoch speziell an Lösungsanbieter und Anwendungsentwickler, die Produkte vorstellen möchten. Aktuell werden 188 Tools, 13 Implementierungen und 10 Apps im INSPIRE-Umfeld vorgestellt. Geodatenhaltende Stellen können sich auf „INSPIRE in Practice" umfassend informieren: https://inspire-reference.jrc.ec.europa.eu/

Praktischer Helfer für die INSPIRE-Umsetzung: INSPIRE Validator

Um die INSPIRE-Anforderungen an Datensätze, Dienste und Metadatensätze zu überprüfen hat die EU im Sommer den INSPIRE Validator veröffentlicht. Die erste Version beinhaltet Tests zu Metadaten, Downloaddiensten (WFS oder Atom) und Datensätzen des Anhangs I. Datensätze der Anhänge II und III können zunächst auf Teilaspekte getestet werden.

http://inspire-sandbox.jrc.ec.europa.eu/validator/


4. Geofortschrittsbericht „Geoinformationen einfach genutzt"

Der 4. Geofortschrittsbericht der Bundesregierung behandelt die für die Fortentwicklung des Geoinformationswesens maßgeblichen Faktoren und benennt Maßnahmen für die Umsetzung der Nationalen Geoinformations-Strategie (NGIS). Hauptziel ist es, möglichst viele Geoinformationen nach den Open-Data-Prinzipien bereit zu stellen und die Daten nutzerfreundlich über das zentrale Geoportal.de anzubieten. Dabei werden die sich verändernde Technik und eine sich verändernde Arbeitsweise als Folge der Digitalisierung und zunehmenden Mobilität berücksichtigt. Insbesondere soll das Potenzial aus der Fernerkundung weitgehender genutzt werden.

http://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2017/06/vierter-geo-fortschrittsbericht.html


Open Government Partnership (OGP) - Nationaler Aktionsplan beschlossen

Die Bundesregierung hat den ersten Nationalen Aktionsplan 2017-2019 für offenes Regierungs- und Verwaltungshandeln beschlossen. Neben dem Open-Data-Gesetz werden damit Rahmenbedingungen für die Förderung eines OpenGovernment geschaffen. Der Aktionsplan beinhaltet insgesamt 15 Verpflichtungen der Bundesressorts. Verpflichtung 4 „Besserer Zugang und einfache Nutzung von Geoinformationen" zielt direkt auf eine interoperable und offene Bereitstellung von Geodaten durch die NGIS und INSPIRE ab.

Download des Nationalen Aktionsplans: https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/downloads/DE/veroeffentlichungen/2017/ogp-aktionsplan.html


DCAT-AP.de 1.0 veröffentlicht

Metadaten für offene Verwaltungsdaten sind mit Hilfe eines festgelegten Standards einfacher und umfassender auszutauschen. Aufbauend auf dem W3C-Standard DCAT wurde daher eine konforme deutsche Ableitung DCAT-AP.de erstellt. Das GovData Portal wurde bereits im Juli dieses Jahres auf DCAT-AP.de, Version 1.0, migriert.

Download der Spezifikation: http://dcat-ap.de/def/dcatde/1_0/spec/specification.pdf

Hintergrundinformationen: http://www.govdata.de/standardisierung

Runder Tisch GIS e. V.: Leitfaden „Mobile GIS", Version 3.0

Der Leitfaden „Mobile GIS" hat angesichts der schnellen Entwicklung in den mobilen Technologien eine intensive Überarbeitung erfahren. Auf über 250 Seiten bietet der neue Leitfaden einen umfassenden Überblick zu den aktuellen Entwicklungen mobiler IT-Lösungen, von der Erfassung bis hin zur Bereitstellung räumlicher Daten. Dem Drohneneinsatz, welcher inzwischen eine oft genutzte Ergänzung zur terrestrischen Datenerfassung darstellt, wurde ein eigenes Kapitel gewidmet.

Zu den Leitfäden: https://rundertischgis.de/publikationen/leitfaeden.html


Verbesserte Nutzung von Copernicus-Daten

Copernicus präsentiert inzwischen einige Anwendungsbeispiele und Informationsvideos auf seiner Internetseite. Die Nutzung der Daten wird attraktiver, denn das deutsche Copernicus Datenportal CODE-DE bietet in der Version 2.0 nun auch eine Prozessierungsumgebung im Sinne einer „public cloud". Nutzer können die Daten somit selbst vorverarbeiten und das generierte Produkt anschließend herunterladen.

Zugangsplattform CODE-DE: https://code-de.org/

Antworten finden Sie unter: http://www.d-gmes.de/copernicus-trainingsvideos


Urban Water Atlas for Europe: Städtisches Wassermanagement

Im Urban Water Atlas werden die Wirkungen unterschiedlicher Faktoren auf eine nachhaltige Wassernutzung in europäischen Städten zusammengestellt. Die innovative Präsentation kombiniert Wissenschaft und Kunst. Neben einer umfangreichen Sammlung von Fakten zum Stand des Wassermanagements ermöglichen Online Tools einen neuen interaktiven Zugang zum Thema. Die Publikation des Joint Research Centre der EU kann kostenpflichtig bezogen werden.

Download: https://publications.europa.eu/en/publication-detail/-/publication/c296a413-24cc-11e7-b611-01aa75ed71a1/

Meldung vom 26.04.2017: https://ec.europa.eu/jrc/en/news/urban-water-atlas-europe-360-view-water-management-cities


Atlas of the Human Planet: Natürliche Risikogebiete

Der Gefährdungsgrad durch die sechs größten Naturrisiken Erdbeben, Vulkane, Tsunamis, Überschwemmungen, Wirbelstürme und Springfluten wurde global analysiert und die Ergebnisse in einem Atlas zusammen getragen. Die Grundlage hierzu bilden Datensätze aus dem „Global Human Settlement Project" des Joint Research Centre:

https://ec.europa.eu/jrc/en/publication/eur-scientific-and-technical-research-reports/atlas-human-planet-2017-global-exposure-natural-hazards


Global Rainfall Erosivity Database (GloTeDa)

Erosion durch Regenfälle oder Überflutungen gefährdet unsere Böden weltweit. Abgebildet werden Daten von 3625 meteorologischen Stationen aus 63 Ländern. Nicht überall bedeutet eine große Menge Regen jedoch auch einen hohen Grad an Erosion. Charakteristika der Bodenbeschaffenheit und der Vegetation spielen immer eine zusätzliche Rolle. Die Daten der „Global Rainfall Erosivity Database (GloTeDa)" können kostenlos abgefragt werden.

Download: https://esdac.jrc.ec.europa.eu/content/global-rainfall-erosivity

Veranstaltungshinweise

Vorträge der GDI-NI

Die Koordinierungsstellen GDI-DE und GDI-NI informierten im Mai gemeinsam die Kunden der Schleupen AG über die INSPIRE-Verpflichtungen von Energieversorgern. Auf der INSPIRE-Konferenz in Straßburg war Niedersachsen durch einen gemeinsamen Vortrag der Landesvermesung und der Koordinierungsstelle GDI-NI zur Transformation der AAA-Daten der Vermessungs- und Katasterverwaltung in das INSPIRE-Datenmodell vertreten. Zeitgleich veranstaltete das Amt für regionale Landesentwicklung Weser-Ems ein Treffen der GIS-Koordinator/innen zum diskussionsbasierten Austausch zu den Themen GIS und INSPIRE in Oldenburg. Die Regionaldirektion Lüneburg initiierte einen Workshop „GDI Region Lüneburg" im Katasteramt Lüneburg.

Wenn auch Sie spezielle Fragen haben, die Sie im Rahmen einer Veranstaltung gemeinsam mit uns diskutieren möchten, richten Sie Ihre Anfrage bitte per E-Mail an unser zentrales Postfach gdi@lgln.niedersachsen.de oder rufen Sie uns unter Tel. 0511/64609-444 an und erkundigen Sie sich nach einem Termin.


INSPIRE-Konferenz 2017 (Nachlese)

Wer nicht zur diesjährigen INSPIRE-Konferenz nach Straßburg fahren konnte, kann sich die interessantesten Beiträge ansehen und anhören. Auf dem YouTube-Kanal „Inspire EU" stehen viele Vorträge bereit. Eine detaillierte Übersicht über die Fachbeiträge inklusive Link zu den Folien bzw. Filmen finden Sie auf der Konferenzseite. Vielleicht entdecken Sie auch das ein oder andere bekannte Gesicht auf einem Video. Die deutsche Beteiligung war sehr hoch.

Hier geht es zu den Videos: https://inspire.ec.europa.eu/conference2017/psessions


Tagungsreihe GeoMonitoring (1.-2. März in Clausthal-Zellerfeld)

Georisiken lassen sich minimieren, wenn eine Überwachung geometrischer Veränderungen von natürlichen und künstlichen Objekten im menschlichen Lebensraum gelingt. Die Universitäten Clausthal, Braunschweig und Hannover haben zu diesem Zweck die Tagung „GeoMonitoring" ins Leben gerufen, die im jährlichen Wechsel an einer der drei Universitäten stattfindet. 2018 findet die Tagung in der Aula der TU Clausthal statt. Vorgestellt werden am ersten Tag die Copernicus-Dienste, Geomonitoring-Methoden, Radarinterferometrie und Laserscanning sowie beispielhafte Monitoring-Projekte am zweiten Veranstaltungstag.

http://www.geo-monitoring.org/


In eigener Sache

„Allüberall auf den Tannenspitzen sah ich goldene Lichtlein sitzen..." - Wir wünschen Ihnen allen eine besinnliche Zeit und ein gutes neues Jahr!

Der telefonische Support (-444) geht in die Weihnachtsferien. Sie erreichen uns im neuen Jahr ab dem 04.01.2018 wieder persönlich oder per E-Mail an das Postfach gdi@lgln.niedersachsen.de.


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Wenn Sie unsere Leser oder die Leser des GDI-DE Newsletters über interessante Themen rund um die GDI in Niedersachsen informieren möchten, dann melden Sie sich bei der Koordinierungsstelle GDI-NI.

Haben Sie Fragen zur Geodateninfrastruktur Niedersachsen?
Sind Geodaten, die Sie benötigen, nicht über das Geodatenportal zu finden?

Dann schreiben Sie uns eine E-Mail mit Ihren Wünschen und Anregungen an
gdi@lgln.niedersachsen.de.


Mit freundlichen Grüßen

Ihre Koordinierungsstelle GDI-NI

beim

beim Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Niedersachsen (LGLN)

Landesamt für Geoinformation und Landesvermessung Niedersachsen (LGLN) Landesvermessung und Geobasisinformation -Landesbetrieb-
Podbielskistraße 331
30659 Hannover

Telefon: +49 511 64609-444
Telefax: +49 511 64609-161
E-Mail: gdi@lgln.niedersachsen.de


Geodateninfrastruktur Niedersachsen (GDI-NI)

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18.12.2017

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