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Metadaten und INSPIRE Richtlinie

Die INSPIRE-Richtlinie 2007/2/EG vom 17.März 2007 definiert Metadaten in Artikel 3 Nr. 6 als "Informationen, die Geodatensätze und Geodatendienste beschreiben und es ermöglichen, diese zu ermitteln, in Verzeichnisse aufzunehmen und zu nutzen". Artikel 5 benennt die Anforderungen, die für den Bereich der Metadaten gegenüber den Mitgliedstaaten der Europäischen Gemeinschaft bestehen.


Metadaten umfassen Angaben u. a. zu folgenden Aspekten:

  • Bedingungen für den Zugang zu Geodatensätzen und -diensten und deren Nutzung sowie gegebenenfalls entsprechende Gebühren;
  • Qualität und Gültigkeit der Geodatensätze;
  • Beschränkungen des Zugangs der Öffentlichkeit gemäß Artikel 13 sowie die Gründe für solche Beschränkungen.

Gemäß Artikel 6 erzeugen die Mitgliedsstaaten die oben angegebenen Angaben bezüglich Metadaten gemäß folgendem Zeitplan:

  • Metadaten zu den Geodatensätzen, die die in den Anhängen I und II aufgeführten Themen betreffen, bis spätestens zwei Jahre nach dem Zeitpunkt des Erlasses der Durchführungsbestimmungen gemäß Artikel 5 Absatz 4 (Zieltermin: 03.12.2010).
  • Metadaten zu den Geodatensätzen, die die in Anhang III aufgeführten Themen betreffen, bis spätestens fünf Jahre nach dem Zeitpunkt des Erlasses der Durchführungsbestimmungen gemäß Artikel 5 Absatz 4 (Zieltermin: 03.12.2013).


Die Mitgliedsstaaten sorgen dafür, dass für die Geodatensätze und -dienste zu den Themen der Anhänge I, II und III Metadaten erzeugt und regelmäßig aktualisiert werden. Ebenso treffen die Mitgliedstaaten die erforderlichen Maßnahmen, um sicherzustellen, dass die Metadaten vollständig und von hinreichender Qualität sind. In Niedersachsen ist hier das Niedersächsische Geodateninfrastrukturgesetz anzuwenden (NGDIG), da dies die niedersächsische Umsetzung der INSPIRE-Richtlinie in nationales Recht ist.


VO (EG) Nr. 1205/2008 - Durchführungsbestimmung zu Metadaten

Zur weiteren Ausgestaltung dieser Anforderungen wurde die Durchführungsbestimmung VO (EG) Nr. 1205/2008 zu Metadaten erstellt, die am 24.12.2008 in Kraft getreten ist. Sie legt implementierungsneutral die Angaben fest, die als Metadaten zu jedem Geodatensatz und Geodatendienst zu erfassen sind und spezifiziert damit die allgemeinen Anforderungen der INSPIRE-Richtlinie.

Besonders hervorzuheben ist, dass die Vorgaben aus der VO (EG) Nr. 1205/2008 direkte Auswirkung auf die inhaltliche Metadatengestaltung hat, da die Verordnung neben den konkret bereit zu stellenden Informationen zahlreiche so genannte sprachneutrale Codewörter für die Beschreibung von Geodaten und Geodatendiensten vorsieht. Von großer Bedeutung ist hier der Anhang Teil D „Wertebereiche" der VO (EG) Nr. 1205/2008. Unter Nummer 3 werden die unterschiedlichen Arten von Geodatendiensten gekennzeichnet (view, download, etc.). Unter Nummer 4 erfolgt eine sehr detaillierte Einteilung der Geodatendienste in funktionale Gruppen. Im Folgenden finden Sie einige gebräuchliche Beispiele für den Einsatz der sprachneutralen Codewörter als Schlagworte in den Metadaten, aufgeschlüsselt nach der Funktion eines Geodatendienstes:

Funktin des Geodatendienstes

ISO-Normen als Grundstein für die Metadatenstruktur

Die Gesamtheit aller Anforderungen müssen im Rahmen einer konkreten Implementierung umgesetzt werden. Grundlage für die Erfassung und Pflege von Metadaten bildet innerhalb der Geodateninfrastruktur Deutschland (GDI-DE) die Verwendung der folgenden Normen:

  • ISO 19115 (Metadaten zu Geodaten)
  • ISO 19119 (Metadaten zu Geodatendiensten)
  • ISO 19139 (Kodierung der Metadaten in ein XML-Schema für den Datenaustausch)

Für die Verwendung dieser ISO-Normen im Zusammenhang mit den INSPIRE-Anforderungen wurde seitens der EU ein Technischer Leitfaden "INSPIRE Metadata Implementing Rules: Technical Guidelines based on EN ISO 19115 and EN ISO 19119" erarbeitet. Dieser bietet eine praktische Hilfestellung für eine Umsetzung.


Umsetzung der INSPIRE Anforderungen in der GDI-DE

In der GDI-DE werden von INSPIRE betroffene Geodatensätze und Geodatendienste besonders kenntlich gemacht, indem das bundesweit einheitliche Schlagwort „inspireidentifiziert" ohne Angabe eines Thesaurus in den Metadaten vergeben wird. Durch dieses Schlagwort lassen sich INSPIRE betroffenen Geodaten in Deutschland eindeutig identifizieren. Dies ist ausschlaggebend für das INSPIRE Monitoring und die damit verbundenen Berichtspflicht der GDI-DE gegenüber der Europäischen Kommission.

Um die Qualität und die Gültigkeit von Geodatensätzen und -diensten zu prüfen und zu sichern, bietet die Koordinierungsstelle GDI-DE die GDI-DE Testsuite an. Mit Hilfe der zentralen Testumgebung der GDI-DE können Metadaten auf Konformität zu nationalen und internationalen Standards und den Vorgaben der europäischen INSPIRE Richtlinie hin überprüft werden.


Umsetzung der INSPIRE Anforderungen in der GDI-NI

In Niedersachsen wird die Mindestanforderung aus den hoch komplexen ISO-Normen für Metadaten durch das GDI-NI Metadatenprofil in der jeweils gültigen Fassung vereinfacht für alle Datenhalter abgebildet.

Die GDI-NI bietet allen öffentlich-rechtlichen Geodatenhaltern die kostenfreie Metadatendatenerfassung in der GDI-NI Metadatenerfassung an. Den Geodatenhaltern steht es jedoch frei, eigene Katalogsysteme zu betreiben. Ist dies der Fall, dann muss die jeweilige Schnittstelle (CSW 2.0.2, AP ISO 1.0) der Koordinierungsstelle GDI-NI explizit gemeldet werden. Ferner müssen sich die Metadaten durch die Koordinierungsstelle GDI-NI auslesen lassen.

Im zentralen Metadatenkatalog für das Land Niedersachsen (Geodatensuche Niedersachsen) werden alle Metainformationen zusammengezogen. Diese Schnittstelle dient der GDI-DE und mir ihr dem Geodatenkatalog.de als Lieferant aller niedersächsischen Metadaten. Des Weiteren darf die Schnittstelle von jedermann kostenfrei zu eigenen Zwecken genutzt werden.

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