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Hausnummern

Hausnummern sind Bestandteil des Liegenschaftskatasters. Sie bezeichnen bestimmte Gebäude entlang von Straßen oder innerhalb kleiner Ortschaften und dienen der amtlichen, eindeutigen Referenzierung. Inhaltlich stehen Sie in engem Zusammenhang mit den Hauskoordinaten, die jedoch einen eigenen Datenpool bilden. Die Hausnummern werden heute von den Kommunen vergeben. Das Katasteramt versteht sich als die die Daten führende Stelle.

In der Darstellung der Ebene "Hausnummern" orientiert sich die Ausrichtung der Hausnummern am Straßenverlauf. Durch die hinterlegte weiße Freistellung, können die schwarz dargestellten Hausnummer auf z.B. die Digitale Straßenkarte 1 : 10.000, die Amtliche Karte 1 : 5.000 oder die Orthophotos aufgelegt werden, um Gebäude zu referenzieren.

Hausnummern solo, auf der DSK10 und auf dem Orthophoto

Durch die Kombination von Hausnummern auf der Amtlichen Karte 1:5.000 entsteht das Kartenwerk der Amtlichen Präsentationsgraphik 1:2.500.

Hausnummern solo, auf der AK 5 und der AP 2.5


Ursprünglich eingeführt wurden die Hausnummern vorwiegend im Zusammenhang mit dem aufkommenden Steuer- und Versicherungswesen im 18. oder 19. Jahrhundert. In der ehemaligen Provinzialregierung zu Osnabrück wurde ein Nummerierungssystem bereits 1820 eingeführt. Im Königreich Hannover erging am 23. März des Jahres 1857 vom Königlichen Ministerium des Innern eine Bestimmung für die allgemeine Einführung fester Hausnummern im Zuge von zunehmenden Anforderungen in den Bereichen Verwaltung, Hypotheken- und Brandkassenwesen. Haupt- und Nebengebäude hatten äußerlich sichtbar auf Kosten des Eigentümers oder Nutzers bezeichnet zu werden. Dabei erhielten Hauptgebäude eine Nummer, die Nebengebäude zusätzlich einen Buchstaben. Auf Grundlage dieser Nummerierung wurden das Brandkassenkataster, das Hypothekenbuch und die Häusersteuerrolle geführt. Da das Brandkassen- und Hypothekenkataster sowie die Häusersteuerrolle teilweise bereits eingeführt waren, fanden die dort hinterlegten Nummern als Hausnummern Verwendung. Existierten noch keine Identifikationsnummern für Häuser oder wurden Straßen neu angelegt, so wurde eine eigenständige Nummerierung eingeführt, wobei Bauplätze bereits mit einbezogen wurden.

Grundsätzlich gibt es verschiedene Möglichkeiten der Nummerierung von Häusern. Weit verbreitet ist heute die Vergabe von geraden Hausnummern an der einen und ungeraden Hausnummern an der anderen Seite, wobei sich benachbarte Zahlen möglichst gegenüber liegen. Da dieses System sehr übersichtlich ist, bezeichnet man Hausnummern oft auch als Orientierungsnummern.

Es gibt aber auch die Möglichkeit der umlaufenden Hausnummern, bei denen zuerst die eine und dann die andere Straßenseite fortlaufend hoch gezählt werden (Hufeisennummerierung). Noch weniger gebräuchlich ist die gewürfelte Nummerierung von Häusern entlang einer Straße. Diese Nummerierung kann auf das Alter der Bebauung hinweisen oder auf eine Konskriptionsnummerierung (Konskription = die Erfassung der gemusterten männlichen Bevölkerung eines Gebietes zur Heranziehung zum Wehrdienst in Listenform, insbesondere während des 18. Jahrhunderts). Diese Art der Nummerierung war in Niedersachsen jedoch wenig gebräuchlich und wird auch heute wegen der schlechten Orientierung, die sie bietet, nicht mehr oder nur wenig in Deutschland verwendet. Aus napoleonischer Zeit stammt zudem eine Nummerierung, die unabhängig von den Straßennahmen die Häuser in einem Viertel durchzählt. Auch sie ist heute in der Regel nicht mehr gebräuchlich.

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