Geodateninfrastruktur Niedersachsen (GDI-NI) klar

Organisation von INSPIRE in Deutschland und Niedersachsen

Von INSPIRE sind alle Ebenen der öffentlichen Verwaltung der europäischen Gemeinschaft betroffen. Dies schließt sowohl den Bund als auch die Länder und Kommunen in Deutschland mit ein. Ansprechpartner für die Europäische Union in Bezug auf INSPIRE ist generell die von jedem Mitgliedstaat einzurichtende Kontaktstelle gemäß Artikel 19 der INSPIRE-Richtlinie.

Diese Kontaktstelle ist für Deutschland beim Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) angesiedelt. Sie nimmt ohne Stimmrecht an den Sitzungen des Lenkungsgremiums GDI-DE (LG GDI-DE) teil, welches sich ihrerseits der Koordinierungsstelle GDI-DE für die operationelle Umsetzung von INSPIRE bedient.

Das LG GDI-DE setzt sich aus Vertretern des Bundes (Interministerieller Ausschuss für Geoinformationswesen, kurz: IMAGI) der Länder, den kommunalen Spitzenverbände sowie Vertretern der Wirtschaft zusammen. Der Vorsitz wechselt turnusmäßig zwischen Bund und Bundesländer-Vertretern.

Die Koordinierungsstelle GDI-DE ist beim Bundesamt für Kartographie und Geodäsie in Frankfurt am Main angesiedelt. Festgelegt wurde dies erstmalig in der "Vereinbarung zwischen dem Bund und den Ländern zum gemeinsamen Aufbau und Betrieb der Geodateninfrastruktur Deutschland (Verwaltungsvereinbarung GDI-DE)" vom 30.10.2008. Diese Verwaltungsvereinbarung wird in bestimmten Abständen fortgeschrieben und sichert so den weiteren Aufbau der Geodateninfrastruktur in Deutschland.


Geodateninfrastruktur in den Bundesländern

Als Teil der GDI-DE erfolgt der Aufbau der Geodateninfrastruktur in allen anderen Bundesländern unter Berücksichtigung der Vorgaben von INSPIRE. Jedes Bundesland verfügt über einen zentralen Ansprechpartner in Form einer Koordinierungsstelle, eines Kompetenzzentrums oder einer anderweitigen Einrichtung für die Themen INSPIRE und GDI. Die Lösungsansätze für die Realisierung der Geodateninfrastruktur in den Bundesländern sehen dabei durchaus sehr unterschiedlich aus und reichen von einem durchweg dezentralen Ansatz, wie er in Niedersachsen verfolgt wird, bis zu einer hochgradig zentralisierten Aufgabenwahrnehmung und Umsetzung.

Die Kontaktstellen der Bundesländer arbeiten dennoch bei speziellen Fragen, die die Geodateninfrastruktur oder die INSPIRE betreffen, zusammen, tauschen Erfahrungen aus und vereinbaren bei Bedarf bestimmte aufeinander abgestimmte Handlungsweisen. Die GDI-DE nimmt hierbei vor allem beratende Funktion gegenüber den Kontaktstellen der Bundesländer ein und veröffentlicht im Geoportal.de bundesweit abgestimmte Dokumente aus den unterschiedlichen Arbeitskreisen oder spontanen Arbeitsgruppen. Ferner werden unter Federführung der Koordinierungsstelle GDI-DE regelmäßige Treffen und Informationsveranstaltungen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kontaktstellen der Bundesländer durchgeführt.


Geodateninfrastruktur in Niedersachsen

Das Geodatenportal Niedersachsen (vgl. §8 (2) Niedersächsisches Geodateninfrastrukturgesetz (NGDIG)) ist Baustein der Geodateninfrastruktur Niedersachsen (GDI-NI). Über einen zentralen niedersachsenweiten Suchdienst (Geodatensuche Niedersachsen) ermöglicht es die Recherche nach niedersächsischen Geodaten und Geodatendiensten über Metadaten. Ferner erfolgt die Visualisierung der Geodaten für das Landesgebiet Niedersachsen entsprechend den Vorgaben der INSPIRE-Richtlinie für die Öffentlichkeit. Zusammen mit den vernetzten Geoportalen auf regionaler und kommunaler Ebene wird so eine große Anzahl von öffentlichen Einstiegspunkten in die Geodateninfrastruktur realisiert.

Für den Aufbau und den Betrieb des Geodatenportals sowie als zentrale Ansprechpartnerin für alle Fragen zu den Themen INSPIRE und Geodateninfrastruktur wurde die Koordinierungsstelle GDI-NI beim Landesamt für Geoinformation und Landesvermessung Niedersachsen (LGLN) - Landesvermessung und Geobasisinformation - eingerichtet.

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