Geodateninfrastruktur Niedersachsen (GDI-NI) klar

GDI und Datenqualität

Für den Aufbau einer Geodateninfrastruktur sind nicht nur qualitativ hochwertige Geodaten von größter Wichtigkeit, sondern auch die entsprechend hochwertige Dokumentation dieser Daten. Nur gut und verständlich beschriebene Geodaten werden langfristig in der GDI von Dritten genutzt werden.

Die Datenbeschreibung muss eindeutig formuliert sein und als Metadatum aus einem über die CSW-Schnittstelle im Rahmen der geltenden Vorschriften frei verfügbaren Katalog abgerufen werden können. Dadurch ist gewährleistet, dass die Datenqualität durch Dritte im Vorfeld eingeschätzt werden kann und, dass die Geodaten durch den Datenhalter langfristig in der bestehenden Qualität fortgeführt werden können. Die dazugehörenden Metadaten dienen einerseits der umfassenden Information der Nutzer, andererseits gewährleisten sie auch den Informationserhalt beim Datenhalter selbst.

Qualitätsbegriff

Der Begriff Qualität ist definiert als die Gesamtheit von Merkmalen einer Einheit (Produkt, Dienstleistung) bezüglich ihrer Eignung, festgelegte und vorausgesetzte Erfordernisse zu erfüllen (DIN ISO 8402, 1992). Qualität bezieht sich immer auf eine bestimmte Anwendung und ist daher relativ zu betrachten. Sie als Datenhalter legen somit selbst die Qualität Ihrer Geodaten fest, indem Sie einen vorher definierten Zustand Ihrer Daten herbeiführen.

Qualität lässt sich durch die folgenden objektiv messbaren Eigenschaften beschreiben:

  • Aktualität der Daten
  • geometrische Genauigkeit
  • Richtigkeit und Vollständigkeit der Daten
  • Umfang der Attributierung / Sachinformationen
  • Konsistenz der Datenmodellierung und logische Gültigkeit


Qualität durch dokumentierte Nachvollziehbarkeit

Zur Datenqualität von Geodaten wurde vom Runden Tisch GIS e.V. bereits 2005 ein umfangreicher „Leitfaden zur Datenqualität für Planungsbüros und Behörden" (Link: siehe Infospalte) herausgegeben, der einen vertieften Einblick in die Thematik verschafft.

Neben korrekt gebildeten Geometrien ist besonders bei hochgradig weiterverarbeiteten Geodaten die Modellierung und Klassenbildung von herausragender Bedeutung. Die Modellierung und Klassenbildung können qualitativ nur dann durch Dritte eingeschätzt werden, wenn die Grundlagen und Kriterien für die Klassenbildung hinreichend definiert vorliegen und somit auch Dritten zur Verfügung stehen.

Grundlage für das Ziel eine hohe Datenqualität zu erreichen, ist stets ein festgeschriebener Entstehungs- und Verarbeitungsprozess der Geodaten. Die Überwachung des Prozesses erfolgt mit Hilfe von Protokollen. Auf diese Art und Weise können vor allem systematische, aber auch zufällige Fehler frühzeitig aufgedeckt und minimiert werden. Die Prozessbeschreibung und Qualitätssicherungsmaßnahmen finden Eingang in die Metadateninformationen, so dass Dritten eine Beurteilung des Qualitätsstandards dieser Geodaten und deren Einsatzmöglichkeit im eigenen Unternehmen ermöglicht wird.

Qualitätsmängel bei der Erstellung von Geodaten führen dabei zu einer Wertminderung. Dies muss jedem, der mit Geodaten umgeht, bewusst sein. Durch den Einsatz von Standards bei der Datenabgabe, wie es in einer GDI erfolgt, wird keine bestimmte Qualität festgeschrieben. Nutzer von Geodaten werden aber langfristig sicher einen Datenlieferanten bevorzugen, der die qualitativ hochwertigeren Geodaten, die lediglich eine minimale Nachbearbeitung für seine eigene Anwendung erfordern, zuliefern kann. Zu dieser hohen Qualität von Geodaten tragen aussagekräftige Metadaten, die bereits beim Konzipieren der Geodaten entwickelt werden, entscheidend bei.


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