Geodateninfrastruktur Niedersachsen (GDI-NI) klar

Newsletter 2/2015 vom 21. Dezember 2015

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

das Jahr neigt sich dem Ende zu und hält trotzdem noch viele interessante Themen für Sie bereit. So hat die Europäische Kommission Deutschland zu einem ersten Gespräch im Rahmen eines Pre-Pilot Verfahrens gebeten, um eine aktivere Priorisierung für die INSPIRE-Umsetzung einzuleiten. Nach diesem genaueren Blick der EU-Kommission auf die Monitoring-Meldungen des letzten Jahres ist es auch unser erklärtes Ziel, die Anzahl der Meldungen mit konformen Metadaten für Niedersachsen zu erhöhen. Für das diesjährige Monitoring hat der Lenkungs-ausschuss GDI-NI daher erstmalig Maßnahmen für eine weitergehende Qualitätskontrolle beschlossen. Bitte helfen Sie aktiv mit, die Qualität der niedersächsischen Meldung an die Euroäischen Union deutlich zu verbessern!

Die Bereitstellung von Spatial Data Services ist ab dem 10.12.2015 mit einer EU-Verordnung geregelt und eröffnet spannende Möglichkeiten.

Auf Ebene der GDI-DE bildet die vom IT-Planungsrat beschlossene Nationale Geoinformations-Strategie nun das offizielle Fundament für unsere tägliche Arbeit beim Ausbau der Geodateninfrastruktur in Deutschland und Niedersachsen.

Lassen Sie uns gemeinsam an der Umsetzung von INSPIRE arbeiten! Der erste Schritt ist die korrekte Erfassung von Metadaten für die Teilnahme am INSPIRE Monitoring im kommenden Jahr und damit zur Erfüllung der gesetzlichen Vorgaben. Fast ebenso dringend ist inzwischen das Bereitstellen von INSPIRE-Diensten, da diese für betroffene Geodatensätze ebenfalls schon vorliegen müssen. Der Blick auf die Zeitachse zeigt darüber hinaus, dass das Bereitstellen der Geodatensätze im INSPIRE-Datenmodell mit großen Schritten näher rückt. Aber egal, ob Sie sich mit der Erfassung von Metadaten befassen oder bereits einen ersten Blick auf das INSPIRE-Datenmodell werfen möchten, stehen wir für Ihre Fragen gern zur Verfügung.

Wir wünschen Ihnen Frohe Weihnachten, ein erfolgreiches INSPIRE Umsetzungsjahr 2016 und natürlich viel Spaß beim Lesen!


INSPIRE Umsetzung in Deutschland - „Go!" für alle Umweltverwaltungen

Die Europäische Kommission hatte die Vertreter Deutschlands am 09.11.2015 zu einem Gespräch bezüglich der Umsetzung von INSPIRE nach Brüssel gebeten. Der Grad der Umsetzung von INSPIRE hinkt in Deutschland, wie auch in anderen Ländern der EU, dem von der Richtlinie gesetzten Zeitplan deutlich hinterher.
Grundsätzlich strebt die Kommission eine stärkere europäische Steuerung der INSPIRE-Umsetzung an. Aktuell läuft daher das sogenannte „Pre-Pilot"-Verfahren gegen Deutschland. Ziel dieses Verfahrens ist es, das dem Vertragsverletzungsverfahren vorgeschaltete Pilotverfahren abzuwenden. Voraussetzung dafür ist, dass die nach dem Gespräch eingeleiteten Maßnahmen des Mitgliedsstaates die Umsetzungsabsicht klar erkennen lassen.
Das Augenmerk der Europäischen Kommission liegt aktuell auf Datensätzen, die im Zusammenhang mit den EU-Umweltberichtspflichten stehen. Umweltdaten sind damit vorrangig im Hinblick auf INSPIRE umzusetzen. Dies betrifft insbesondere die unteren Naturschutzbehörden, sofern eigene Umweltdaten vorgehalten werden. Benötigt werden nach wie vor zu den Durchführungsbestimmungen konforme Metadaten und INSPIRE-Dienste.


INSPIRE Monitoring Niedersachsen 2015

Das INSPIRE Monitoring für das Berichtsjahr 2015 ist Dank der Umstellung auf das automatisierte Verfahren bereits angelaufen. Im Januar werden wir die gewohnte Aufforderung zur Meldung von Geodaten und Geodatendiensten an die geodatenhaltenden Stellen verschicken. Am Monitoring nehmen Sie automatisch teil, nachdem Sie Metadaten zu Geodaten und Geodatendiensten erstellt haben. Alle Metadaten, die mit dem Schlagwort „inspireidentifiziert" gekennzeichnet sind und über die Registry.de eingelesen werden können, werden für die niedersächsische Statistik zum INSPIRE Monitoring herangezogen. Zur Steigerung der Qualität der niedersächsischen Meldung insgesamt hat der Lenkungsausschuss GDI-NI den Beschluss 28 / 1 gefasst. Wir behalten uns demnach vor, Geodaten und Geodatendienste aus der bestehenden Meldung zu entfernen, sollten für diese keine INSPIRE-konformen Metadaten im Einklang mit dem NGDIG vorgelegt werden.

Metadaten, die bis ca. Ende Februar 2016 vorliegen, können in der Meldung für das INSPIRE Monitoring Berichtsjahr 2015 berücksichtigt werden. Bei späterer Erstellung von Metadaten erfolgt die Meldung ab dem Berichtsjahr 2016.

Bitte übersenden Sie uns frühzeitig Informationen zu Ihrer CSW-Schnittstelle wenn Sie über einen eigenen Metadatenkatalog verfügen. Für die Bereitstellung von Metadaten bieten wir Ihnen außerdem weiterhin die kostenfreie GDI-NI Metadatenerfassung an:

http://geoportal.geodaten.niedersachsen.de/legende/meta_anmeldeformular.pdf


INSPIRE Umsetzung - Spatial Data Services (SDS)

Ein weiter Blick in die Zukunft von INSPIRE wurde mit Verabschiedung der VO (EU) 1312/2014 gewagt. Neben den INSPIRE Netzdiensten (Darstellungs-, Download- und Suchdienst) sind nun auch Dienste vorgesehen, die bereits auf der Basis von INSPIRE konformen Daten arbeiten und diese manipulieren oder weiter verarbeiten.
Dabei können unterschiedliche INSPIRE Daten durch einen Spatial Data Service (SDS) zusammengeführt, sowie auch durch bestimmte INSPIRE konforme Daten angereichert oder verändert werden. Je nach Grad der Harmonisierung des Dienstes und der erzeugten Daten wird diese Art von Dienst mit Hilfe von Metadaten spezifiziert. Allen SDS gemein ist, dass sie automatisiert ansprechbar sind, was mit dem Fachbegriff „invocable" (aufrufbar) bezeichnet wird.
Die Technical Guidance for Spatial Data Services wird voraussichtlich im Sommer 2016 veröffentlicht. Die Änderungsverordnung VO (EU) 1312/2014 zur VO (EU) 1089/2010 finden Sie unter: http://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:32014R1312&from=DE.

European Data Portal (Betaversion)

Einen Blick auf das, was kommt, gibt das European Data Portal, welches der zentrale Einstiegspunkt für die Suche nach freien Daten öffentlicher Verwaltungen in Europa werden wird. Metadaten aus ganz Europa stehen dann für die zentrale Recherche bereit.
Daneben gibt es ein E-Learning Angebot zum Thema „Open Data" und ein stetig wachsendes Archiv von Material zu diesem Themenbereich. Das Portal wird von der Europäischen Kommission entwickelt und steht zurzeit als Betaversion zur Verfügung: http://www.europeandataportal.eu/

INSPIRE Registry im Testlauf (Release Candidate)

Notwendig für die Modellierung der relevanten Daten im INSPIRE Datenmodell ist der Aufbau eines zentralen Registers für Codelisten, Referenzdokumente und INSPIRE Themen auf der Ebene der Europäischen Union. Bis Ende November lief daher ein öffentlicher Review der INSPIRE-Registry. Der Issue Tracker (Anwendung für das Fehlermanagement und die Weiterentwicklung der Software) ist über die MIG Collaboration Platform erreichbar. Richten Sie sich bei Bedarf eine Nutzerkennung ein. Die Diskussionen zur INSPIRE Umsetzung sind nach der Registrierung frei einseh- und kommentierbar.
INSPIRE Registry (Release Candidate): http://inspire-regadmin.jrc.ec.europa.eu/registry
Issue Tracker: https://ies-svn.jrc.ec.europa.eu/projects/registry-development/issues/new


Nationale Geoinformations-Strategie (NGIS)

In Deutschland sollen Geoinformationen über Verwaltungsebenen und Fachgrenzen hinweg nutzbar gemacht werden. Die einheitlichen technischen und organisatorischen Rahmenbedingungen beschreibt die NGIS.
Sie ist der grundlegende Baustein für die Umsetzung des Vorhabens und hält Einzug in das Handeln der unterschiedlichen Geo-Akteure. Die NGIS wurde dem IT-Planungsrat vorgestellt und als wichtige Ergänzung der Nationalen E-Government-Strategie (NGES) identifiziert. Sie liegt nunmehr in der Version 1.0 vor und bildet die verbindliche Basis für das Handeln im Geodatenbereich:
http://www.geoportal.de/SharedDocs/Downloads/DE/GDI-DE/Dokumente/NGIS_V1.html

GeoDatenschutz - GeoBusiness Code of Conduct (CoC)

Um Geodaten zu nutzen und weiterzuverarbeiten braucht es klare Regeln in Bezug auf Datenschutz und beim Umgang mit Geodaten. Die Geschäftsstelle der Kommission für Geoinformationswirtschaft (GIW) hat gemeinsam mit den handelnden Akteuren bundesweit einheitliche Standards erarbeitet, die im Einklang mit den Datenschutzgesetzen des Bundes und der Länder stehen. Entstanden ist eine anerkannte Selbstverpflichtungserklärung für den Umgang mit personenbezogenen Geodaten in der Wirtschaft.
Unternehmen haben durch den GeoBusiness CoC die Möglichkeit, ihren verant-wortungsbewussten Umgang mit datenschutzrelevanten Daten öffentlich darzulegen. Das erste offizielle Qualitätssiegel für den Geodatenbereich finden Sie unter URL https://www.geodatenschutz.org/.

Energieatlas Niedersachsen online

Wo sind in Niedersachsen Biogasanlagen oder Windräder zu finden? Wer sich einen Überblick über den Ausbaugrad dieser beiden neuen Energieträger verschaffen will, kann seit Juli 2015 einen Blick in den Energieatlas werfen. Standorte können direkt im Kartenportal betrachtet werden. Außerdem lassen sich zusätzliche Informationen zu den Anlagen sowie die Vorranggebiete der Regionalen Raumordnungsprogramme zur Windenergienutzung abrufen. Das niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz aktualisiert das Portal kontinuierlich: http://www.energieatlas.niedersachsen.de/startseite/

Deutsche Bahn AG - Offene Daten zur Infrastruktur und Mobilität

Das Open-Data-Portal der Deutschen Bahn AG präsentiert einen wachsenden Datenbestand zur freien Ver- und Weiterverwertung in maschinenlesbarer und offen lizensierter Form. Angeboten werden unterschiedliche Formate - dauerhaft und kostenlos. Das Portal ist zurzeit in der Betaversion verfügbar, wird aber parallel weiterentwickelt. Feedbacks sind willkommen: http://data.deutschebahn.com/


Geodaten zur Bewältigung der Flüchtlingslage


Das Bundesamt für Kartographie und Geodäsie (BKG) unterstützt alle nichtkommerziellen Vorhaben von Verwaltungsstellen des Bundes, der Länder, der Kommunen sowie von Nicht-Regierungsorganisationen und Unternehmen bei der Aufgabenbewältigung im Zusammenhang mit der Flüchtlingslage. Es können ab sofort gebührenfrei ein Darstellungsdienst (Kartengraphik in 14 Detaillierungsstufen) und der deutschlandweite Geokodierungsdienst der Vermessungs-verwaltungen der Länder sowie ein Routingdienst genutzt werden. Alle Informationen finden Sie unter URL
http://www.geodatenzentrum.de/geodaten/gdz?l=fluechtlingslage

Darstellung von Zeit und Geo-Semantik im Geoinformationssystem

Die zeitliche Komponente in einem semantischen GIS darzustellen unterliegt in der Praxis noch immer großen Schwierigkeiten. Mit der von der Technischen Universität von Madrid sowie französischer und portugiesischer Beteiligung entwickelten „TimeBibliography" wird zumindest die zeitlich-semantische Entwicklung in Bezug auf die Entstehung der digitalen Geodatenwelt visualisiert. Zeit- und inhaltlich verortet werden alle wichtigen Publikationen zum Thema „Wie stelle ich ‚Zeit' im GIS dar?".
TimeBibliography: http://spaceandtime.wsiabato.info
Universidad Politécnica de Madrid: http://www.upm.es/

Veranstaltungshinweise

FOSSGISS 2016 (Salzburg)
Vom 04. bis zum 06. Juli 2016 findet die FOSSGIS-Konferenz in Salzburg an der Universität Salzburg statt. Diese Veranstaltung ist im deutschsprachigen Raum die führende Konferenz zum Thema Freie und Open Source Software für Geoinformationssysteme. Ein genaues Programm ist noch nicht veröffentlicht. http://fossgis-konferenz.de/2016/


Vorträge der GDI-NI im zweiten Halbjahr 2015


Im zweiten Halbjahr 2015 war die Koordinierungsstelle GDI-NI bei den Landkreisen Heidekreis, Hildesheim und Rotenburg/Wümme zu Gast bzw. wurde von Mitarbeitern der Landkreise in Hannover besucht.
Wenn auch Sie spezielle Fragen haben, die Sie im Rahmen einer Veranstaltung gemeinsam mit uns diskutieren möchten, richten Sie Ihre Anfrage bitte per E-Mail an unser zentrales Postfach gdi@lgln.niedersachsen.de oder rufen Sie uns unter Tel. 0511/64609-444 an und erkundigen Sie sich nach einem Termin für Ihre Veranstaltung.

In eigener Sache

Zwischen den Jahren sind die Mitarbeiterinnen der Koordinierungsstelle eher unter dem Weihnachtsbaum als im Büro anzutreffen, daher wird der telefonische Support (-444) in der Zeit vom 21.12.2014 - 03.01.2015 nicht besetzt sein. E-Mails an das Postfach gdi@lgln.niedersachsen.de werden gesammelt und ab dem 04.01.2015 in gewohnter Weise bearbeitet.


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Wenn Sie unsere Leser oder die Leser des GDI-DE Newsletters über interessante Themen rund um die GDI in Niedersachsen informieren möchten, dann melden Sie sich bei der Koordinierungsstelle GDI-NI.

Haben Sie Fragen zur Geodateninfrastruktur Niedersachsen?

Sind Geodaten, die Sie benötigen, nicht über das Geodatenportal zu finden?

Dann schreiben Sie uns eine E-Mail mit Ihren Wünschen und Anregungen an

gdi@lgln.niedersachsen.de.


Mit freundlichen Grüßen

Ihre Koordinierungsstelle GDI-NI

beim

beim Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Niedersachsen (LGLN)

Landesamt für Geoinformation und Landesvermessung Niedersachsen (LGLN) Landesvermessung und Geobasisinformation -Landesbetrieb-
Podbielskistraße 331
30659 Hannover

Telefon: +49 511 64609-444
Telefax: +49 511 64609-161
E-Mail: gdi@lgln.niedersachsen.de


Geodateninfrastruktur Niedersachsen (GDI-NI)

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21.12.2015

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