Geodateninfrastruktur Niedersachsen (GDI-NI) klar

Newsletter 2 / 2009 vom 10. Juli 2009


Liebe Leserinnen, liebe Leser,

für die Sommerausgabe unseres Newsletters haben wir aus aktuellem Anlass den "Web Feature Service (WFS)" als Schwerpunkt gewählt. Wir erklären, was sich hinter dem Begriff verbirgt und welche Daten bereits jetzt über diese Schnittstelle bspw. vom Servicezentrum Landentwicklung und Agrarförderung (SLA) angeboten werden. Beginnen möchten wir allerdings wie in den bisherigen Ausgaben auch mit den aktuellen Informationen von INSPIRE, diesmal direkt "aus erster Hand" von der 3. INSPIRE-Konferenz in Rotterdam. Daneben informieren wir Sie über neue Daten und Anwendungen innerhalb der GDI-NI.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen.


Aktuelles von INSPIRE

INSPIRE CONFERENCE 2009

Bildrechte: INSPIRE

Vom 15.-19. Juni fand die 3. INSPIRE-Konferenz im Rahmen der 11. GSDI-Konferenz in Rotterdam statt. Insbesondere der Mittwoch dieser Woche stand ganz im Zeichen des Aufbaus einer europäischen Geodateninfrastruktur. Im großen Konferenzsaal des Beurs World Trade Centers wurde acht Stunden lang ausführlich u. a. über die Arbeitsstände aus den einzelnen Expertenteams berichtet. Für den Bereich der Netzdienste, betreffend die "Discovery and View Services", wurde ein neuer (vorläufiger) Zeitplan vorgestellt:

  • Veröffentlichung der Durchführungsbestimmung im Amtsblatt der EU im Dezember 2009
  • Inkrafttreten der Durchführungsbestimmung im Januar 2010
  • erste Betriebsfähigkeit der Dienste im Juli 2011 (18 Monate nach Inkrafttreten)
  • Erfüllung aller Anforderungen entsprechend der Durchführungsbestimmung im Januar 2012 (24 Monate nach Inkrafttreten)

Eine Videoaufzeichnung der Vorträge sowie die zugehörigen PowerPoint-Folien sind über die INSPIRE-Rubrik im Geodatenportal zu erreichen.

Am Rande der Konferenz tagte auch erstmalig die neu eingerichtete "Initial Operating Capability (IOC) Task Force", in der Deutschland durch die Koordinierungsstelle GDI-DE vertreten ist. Zu deren Aufgaben zählt die Unterstützung der Mitgliedstaaten der EU bei der Umsetzung von INSPIRE, insbesondere die Sicherstellung der Interoperabilität der einzurichtenden Netzdienste.

Bereits mit Wirkung vom 05. Juni ist die Durchführungsbestimmung für den Bereich "Monitoring und Berichtswesen" in Kraft getreten. Sie legt Indikatoren fest, mit denen der Aufbau der GDI in einem Mitgliedstaat überwacht werden muss und regelt das damit verbundene Berichtswesen an die EU. Dieses Berichtswesen sowie das Monitoring des GDI-Aufbaus in Deutschland werden durch die Koordinierungsstelle GDI-DE gegenüber der EU wahrgenommen. Die Durchführungsbestimmung ist in der INSPIRE-Rubrik, Unterpunkt "DT Monitoring & Reporting", zum Download in deutscher und englischer Sprache verfügbar.


Web Feature Service (WFS) - Was ist das?

OGC

Bildrechte: OGC

Ein Web Feature Service (WFS) bezeichnet eine standardisierte OGC-Schnittstelle, über die Vektordaten abgegeben werden. Die Vektordaten können über die Schnittstelle in einem xml-Format von Ihnen heruntergeladen und dann in einer beliebigen Anwendung, die Vektordaten verarbeiten kann, weiter verwendet werden. Daten aus einer WFS-Schnittstelle lassen sich prinzipiell auch als Bild darstellen, jedoch ist hier ein Web Map Service (WMS) zu bevorzugen, da dieser im Gegensatz zum WFS direkt Graphiken übermittelt. Visualisieren Sie hingegen Daten aus einem WFS, so müssen je nach gewähltem Bildausschnitt zuerst sehr große Datenmengen zu Ihrer Anwendung transferiert werden, bevor dann daraus die Graphik gebildet werden kann. Der eigentliche Vorteil eines WFS, Vektordaten zu übermitteln, wird also nur genutzt, wenn diese direkt in xml abgerufen werden.

Es gibt bei der Verwendung von WFS einige grundlegende Abfragen (Requests), die Sie kennen sollten. Diese Requests funktionieren ähnlich wie bei einem WMS. Sie formulieren die Requests im einfachsten Fall z. B. in einem Editor und danach kopieren Sie diesen Request in eine Zeile Ihres Internet-Browsers. Dann übermitteln Sie den Request an den Server, der die Vektordaten hält, indem Sie z. B. auf "Enter" drücken. Daraufhin erhalten Sie eine Antwort des Servers, welche in Ihrem Internetbrowser angezeigt wird. Es handelt sich dabei um eine Datei in einem xml-Format.

Probieren Sie beispielsweise die folgende Anfrage aus, die Ihnen zunächst Informationen dazu gibt, welche Daten und Funktionen dieser WFS anbietet:

http://sla.niedersachsen.de/agrarfoerderung/sla-wms-agrar/services?SERVICE=WFS&REQUEST=GetCapabilities&VERSION=1.1.0

Angezeigt wird nun, welche unterschiedlichen Daten diese WFS-Schnittstelle ausliefern kann. Ausgehend von der Antwort, können Sie weitere Abfragen formulieren, mit denen Sie beispielsweise herausfinden können, welche Attribute diese Daten (Typename) besitzen.

http://sla.niedersachsen.de/agrarfoerderung/sla-wms-agrar/services?SERVICE=WFS&VERSION=1.1.0&REQUEST=DescribeFeatureType&TYPENAME=app:feldbloecke&

Da Sie jetzt einen Überblick darüber haben, welche Daten verfügbar sind, können Sie gezielt Vektordaten mit dem Request "GetFeature" anfordern. Beachten Sie dabei aber, dass über eine WFS-Schnittstelle immer nur eine bestimmte, vom Anbieter festgelegte Maximalanzahl an Vektoren angefragt werden kann. Dies ist eine notwendige Begrenzung, damit der Server nicht durch fehlerhafte oder sehr große Anfragen überlastet wird. Im Folgenden finden Sie eine Beispiel-Anfrage für bis zu fünf Features.

http://sla.niedersachsen.de/agrarfoerderung/sla-wms-agrar/services?SERVICE=WFS&VERSION=1.1.0&REQUEST=GetFeature&TYPENAME=app:feldbloecke&MaxFeatures=5

Geodaten der Landentwicklung und Agrarförderung nun auch als WFS-Dienste im Internet verfügbar

Auskunft Landentwicklung Niedersachsen

Bildrechte: SLA

Das Servicezentrum für Landentwicklung und Agrarförderung (SLA) stellt ab sofort die Geodaten der Flurbereinigung und Agrarförderung auch als WFS-Dienste der Version 1.1.0 im Internet frei zur Verfügung.

Diese können u. a. in ArcGIS ab der Version 9.3 und in OpenJUMP eingebunden werden. Die Version WFS 1.0.0 wird nicht unterstützt. Es werden dabei derzeit max. 15000 Objekte im Format GML 3.1.1 übertragen. Adressen (Anforderung GML über Browser):

Landentwicklung:
http://sla.niedersachsen.de/landentwicklung/sla-wms-land/services?SERVICE=WFS&REQUEST=GetCapabilities&VERSION=1.1.0

Agrarförderung:
http://sla.niedersachsen.de/agrarfoerderung/sla-wms-agrar/services?SERVICE=WFS&REQUEST=GetCapabilities&VERSION=1.1.0

Alles weitere zu den Geodiensten des SLA finden Sie unter Auskunft Landentwicklung Niedersachsen

GEFIS – Das Gewerbeflächen-Informations-System der Metropolregion Hamburg wurde Ende April gestartet.

Metropolregion Hamburg

Bildrechte: Portal Metropolregion Hamburg

GEFIS ist eine Suchmaschine, die Gewerbegebiete in der gesamten Metropolregion mit Größe, Verkehrsanbindung, Grundflächenzahl, Bebauungsplan-Nummer und konkretem Ansprechpartner anbietet.

Die Zweisprachigkeit hilft auch internationalen Interessenten bei der Suche nach freien Standorten. Die Firma GeoDok GmbH entwickelt und vereinigt die Daten aus den bestehenden Gewerbeflächenportalen der drei Länder der Metropolregion: dem Portal der Finanzbehörde Hamburg, Immobilienmanagement; dem kommunalen Standortinformationssystem KomSIS in Niedersachsen und dem Immobilienportal der Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH (WTSH).

GEFIS enthält zurzeit mehr als 350 Angebote, wobei es sich fast ausschließlich um öffentliche Flächen handelt. Möglich ist eine gezielte Suche nach Orten, Flächengrößen, planerischen Gebietskategorien und Entfernungen zu wichtiger Verkehrsinfrastruktur. Die Nutzer können sich direkt das Exposé mit Einzelheiten zum Objekt zeigen lassen, herunterladen und die Umgebung der Gewerbefläche betrachten.

Die Suchmaschine ist in die Seite der Metropolregion Hamburg unter folgendem Link eingebunden: http://www.metropolregion.hamburg.de/gefis/

GEFIS

Interessierten steht der GEFIS-WMS zur nicht kommerziellen Nutzung zur Verfügung. Siehe Nutzungsbedingungen im GetCapabilities Dokument.

http://www.geodok.de/gefis-wms/services?SERVICE=WMS&VERSION=1.1.1&REQUEST=GetCapabilities&Format=application/vnd.ogc.xml

Web Map Services des Niedersächsischen Ministeriums für Umwelt und Klimaschutz

Das Umweltministerium bietet einen großen Teil seiner Dienste über einem neuen, hoch performanten Kartenserver an. Die Kartendienste sind als WMS in der Version 1.3.0 und wie bisher in der Version 1.1.1 verfügbar.

WMS-MU

Bildrechte: GDI-NI

FFH-Gebiete, EU-Vogelschutzgebiete, die Förderkulissen des Kooperationsprogramms Naturschutz, Schutz-gebietsinformationen in deutschlandeinheitlicher Darstellung, Naturschutzprogramme und -konzepte sowie erstmalig nun auch ein Kartendienst mit Überschwemmungsgebieten für Niedersachsen und Bremen sind im Angebot, welches in den kommenden Wochen stetig erweitert wird. Sehr viel übersichtlicher als bisher werden nun auch die Luftschadstoffberechnungen für die Großstädte Niedersachsens in einem gemeinsamen WMS angeboten. Neben einer Übersichtskarte können individuell die Daten für die Städte Osnabrück, Oldenburg, Göttingen, Hildesheim, Braunschweig und Hannover abgerufen werden.

Sie finden alle Kartendienste als vordefinierte WMS für den NiedersachsenViewer, indem Sie im Menü des Viewers auf den zweiten Button von links "Mapserver hinzufügen" klicken und dann den gewünschten Dienst auswählen. Betätigen Sie dann den Button ganz unten auf der Seite. Wenn Sie möchten, dass auch Ihre Kartendienste mit in die Liste des Geodatenportals aufgenommen werden, schicken Sie uns bitte eine E-Mail: gdi@lgn.niedersachsen.de

Die aktuelle Liste mit URLs der bereits fertig gestellten Kartendienste finden Sie direkt auf den Internetseiten des Niedersächsischen Ministeriums für Umwelt und Klimaschutz.



Haben Sie Fragen zur Geodateninfrastruktur Niedersachsen?
Sind Geodaten, die Sie benötigen, nicht im Geodatenportal zu finden?
Möchten Sie Partner der GDI-NI werden und eigene Daten im Geodatenportal präsentieren?

Dann schreiben Sie uns doch eine E-Mail mit Ihren Wünschen und Anregungen an
gdi@lgn.niedersachsen.de

Mit freundlichen Grüßen

Ihre Koordinierungsstelle GDI-NI

bei der Landesvermessung und Geobasisinformation Niedersachsen (LGN)

Podbielskistraße 331
30659 Hannover

Telefon: +49 511 64609-444
Telefax: +49 511 64609-165
E-Mail: gdi@lgn.niedersachsen.de


Geodateninfrastruktur Niedersachsen (GDI-NI)

Über folgenden Link können Sie den Newsletter im pdf-Format downloaden.

10.07.2009


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