Geodateninfrastruktur Niedersachsen (GDI-NI) klar

Cross Compliance – Erosionsgefährdung

Im Bereich der Landwirtschaft sind die entkoppelten betriebsbezogenen EU-Direktzahlungen nur dann uneingeschränkt zu gewähren, wenn obligatorische Standards in den Bereichen Umwelt, Lebensmittelsicherheit, Tierschutz etc. eingehalten werden. Verstöße gegen diese Standards - sog. Cross Compliance Vorschriften - haben Kürzungen dieser Direktzahlungen zur Folge. Eine dieser Cross Compliance Vorschriften regelt die Standards zur erosionsmindernden Bewirtschaftung von Ackerflächen.

Aufgrund der Verordnung (EG) Nr.1593/2000 zur Änderung der Verordnung (EWG) Nr. 3508/92 sowie der Verordnung (EG) Nr. 1782/2003 muss in allen EU-Mitgliedsstaaten flächendeckend ab 2005 verbindlich ein GIS-System zur Identifizierung förderfähiger landwirtschaftlicher Parzellen im Rahmen des Integrierten Verwaltungs- und Kontrollsystems (InVeKoS) eingeführt werden. Da Auswertungsmöglichkeiten z.B. zur Ableitung der Erosionsgefährdung in InVeKoS nicht enthalten sind, sollte die Ableitung/Berechnung der Erosionsgefährdung daher als Web-Service (WFS) im Niedersächsischen Bodeninformationssystem NIBIS® zur Verfügung gestellt werden.

Nach Vorprüfung durch die Ressorts MI, ML und MW wurde das Projekt WEB-Service "Erosionsgefährdung" als Pilotvorhaben vom Lenkungsausschuss zum pilotierenden Nachweis von Vernetzungsmöglichkeiten fachübergreifender Anwendungen beschlossen (Modellprojekt der GDI-NI).

Vernetzungsskizze: "Erosionsgefährdung"
Abb. 1: Vernetzungsskizze "Erosionsgefährdung"

In dem Projekt haben folgende Partner zusammengearbeitet:

  • Niedersächsisches Ministerium für den ländlichen Raum, Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (ML)
  • Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG)
  • Vermessungs- u. Katasterverwaltung (VKV), Landesvermessung und Geobasisinformation Niedersachsen (LGN) (jetzt dem LGLN zugehörig)
  • Servicezentrum Landentwicklung und Agrarförderung (SLA) (jetzt dem LGLN zugehörig)
  • Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK)

Aufgabe auf Grundlage der fachlichen Rahmenbedingungen war, einen Web-Dienst auf Grundlage der in Abbildung 1 gezeigten Vernetzungsskizze zu erstellen. Der Dienst sollte durch räumliche Suche/Einschränkung, bzw. durch Angabe eines Identifikators (FLIK) die Erosionsgefährdungsklassen nach Cross-Compliance anzeigen. Dazu musste ein Client zur Verfügung gestellt werden.

Ferner sollte gewährleistet werden, dass das Ergebnis in einem WFS (Web-Feature-Service) zur Verfügung steht. Diese Möglichkeit stellt sicher, dass das Ergebnis in jeder OGC-konformen Map-Anwendung (sofern diese WFS unterstützt) dargestellt, bzw. weiterverarbeitet werden kann.

Die erstellte Lösung in Bezug auf die Verfügbarkeit eines Clients setzt auf der allgemein im WEB verfügbaren Kartenanwendung des NIBIS® auf. Über diesen Client kann darüber hinaus eine WFS-URL abgerufen und weiter verwendet werden.

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