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Höhlen und Felsschutzdächer (Abris)

Im südniedersächsischen Bergland findet sich eine ganz besondere Denkmalgattung. Dabei handelt es sich zum einen um Höhlen (z.B. Ith-Höhlen, Ldkr. Holzminden; Lichtenstein-Höhle, Einhornhöhle und "Steinkirche" von Scharzfeld, Ldkr. Osterode am Harz), zum anderen um vorspringende Felsschutzdächer, die von den Archäologen als "Abri" (frz. abrier = schützen) bezeichnet werden (Abb. 1).

Verständlicherweise haben Höhlen und Abris auf Mensch und Tier eine große Anziehungskraft ausgeübt. So zeigen Ausgrabungsbefunde, dass einige Höhlen und Abris von der jüngeren Altsteinzeit (ca. 15000-18000 v. Chr.) bis in die Eisenzeit immer wieder als Rast- und Siedlungsplätze und offensichtlich auch zu Kulthandlungen aufgesucht worden sind (Abb. 2).

Im Mittelalter wurden verschiedene dieser Stätten als Kapellen (Steinkirche bei Scharzfeld, Hurkutstein im Reinhäuser Wald, Ldkr. Göttingen) genutzt. Oft dienten sie auch als Zufluchtsort in Kriegszeiten (z.B. während des Dreißigjährigen Krieges).


Abb. 1 Abri bei Scharzfeld, Ldkr. Osterode im Harz
Abb. 2 Höhle
Grabung, Einhornhöhle bei Scharzfeld

Grabung, Einhornhöhle bei Scharzfeld - Foto: NLD

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Artikel-Informationen

Ansprechpartner/in:
Dr. Mathias Wilbertz

Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege
Scharnhorststraße 1
30175 Hannover
Tel: Telefon: 0511 / 925-5312
Fax: Telefax: 0511 / 925-5296

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